Selati Walking Safari | Schritt für Schritt durch die gemeinsamen Abenteuer
- vor 9 Stunden
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VOM WATERBERG IN DEN KRÜGER NATIONALPARK
Joachim und Susanne unterstützen mich und meine Projekte seit den frühen Tagen von Tsala Trails. Im Laufe der Jahre haben sich unsere gemeinsamen Safaris von der Verfolgung von Antilopen durch das Bushveld bis hin zur Suche nach Spinnen erstreckt – oder zumindest dem aufmerksamen Beobachten der scheuen Baboon-Spinnen, die sie stets neugierig machten.
Im vergangenen Jahr fragte Joachim, ob wir eine weitere Safari gemeinsam planen könnten. Diesmal sollte es etwas ganz Besonderes sein: eine Reise, die zwei Landschaften vereinte, die er im Laufe der Jahre besonders zu schätzen gelernt hat – die alten Waterberg-Berge und das wilde Lowveld des Krüger Nationalparks.
Also begannen wir mit der Planung.
Nach Durchsicht verschiedener Optionen entschieden wir uns, die Zeit in der Laluka Safari Lodge im Waterberg mit einem Wildniserlebnis im Nkuwa Wilderness Camp im Selati Game Reserve zu kombinieren. Die Reise begann in Johannesburg, wo Joachim und Susanne gemeinsam mit ihrem Sohn Josh und dessen Partnerin Katrin ankamen, die zuvor bereits entlang der Garden Route im Western Cape unterwegs gewesen war, bevor sie sich der Familie anschloss.
Von Johannesburg aus reisten sie in den Norden, zum Waterberg, wo ich sie in der Laluka Lodge traf.


DIE LANDSCHAFT DES WATERBERGS
Der Waterberg gehört zu den faszinierendsten geologischen Regionen Südafrikas. Vor über 2,7 Milliarden Jahren entstanden, ragt das Sandsteinmassiv über das umliegende Bushveld hinaus und formt eine Landschaft aus dramatischen Klippen, Plateaus und Tälern. Diese Berge boten über Jahrtausende Schutz für Tierwelt und menschliche Kulturen – von den frühen San-Jägern und -Sammlern bis zu den Eisenzeit-Gemeinschaften.
Heute gehört die Region zum Waterberg Biosphere Reserve, einem von der UNESCO anerkannten Gebiet, das für seine Artenvielfalt und Naturschutzinitiativen bekannt ist. Die Mischung aus felsigen Höhen, offenen Ebenen, dichtem Buschveld und saisonalen Feuchtgebieten bietet Lebensraum für eine große Vielfalt an Wildtieren.
Das Welgevonden Game Reserve, in dem sich die Laluka Safari Lodge befindet, liegt innerhalb dieser größeren Waterberg-Landschaft. Anders als viele offene Systeme ist Welgevonden ein privat verwaltetes Reservat, bekannt für sorgfältiges Naturschutzmanagement, begrenzte Fahrzeugzahlen und hervorragende Guiding-Möglichkeiten.
Als Joachim und Susanne ankamen, fühlte es sich an, als würden wir sie an einem vertrauten Ort willkommen heißen. Simon, Giulia und das Laluka-Team empfingen sie herzlich. Besonders für Susanne ist der Waterberg über die Jahre zu einem bedeutungsvollen Ort geworden.
Für Josh und Katrin war dies hingegen ihre erste Safari-Erfahrung.
Jemandem Afrika zum ersten Mal näherzubringen ist immer etwas Besonderes, aber auch herausfordernd. Joachim und Susanne kennen den Busch bereits gut, daher bestand ein Teil der Kunst darin, Josh und Katrin die Wunder der Natur zu zeigen, ohne sie zu überfordern oder denjenigen, die bereits die Rhythmen des Safari-Lebens kennen, zu viel zu wiederholen.
Wir begannen mit einer einführenden Game Drive, gefolgt von Walking Safaris durch das umliegende Bushveld. Der Februar im Waterberg ist die Zeit des neuen Lebens. Viele Tiere hatten kürzlich Nachwuchs bekommen, und es war üblich, junge Antilopen beim Säugen neben ihren Müttern oder bei den ersten unsicheren Schritten durchs Gras zu beobachten.
Das Aufspüren von Löwen erwies sich in den ersten Tagen als schwierig. Die Sommerregen hatten eine dichte Vegetation hervorgebracht, und die üppigen Seggen und Gräser in Welgevonden erschwerten das Lesen der Spuren. Schließlich gelang es uns jedoch, sie während einer Nachmittagsfahrt zu finden. Auf dem Weg zur Sichtung wurden wir durch das unerwartete Bonus-Erlebnis überrascht, Geparden zu sehen, die über die offenen Grasflächen streiften.
Vielleicht der denkwürdigste Moment ereignete sich, als wir ruhig durch ein Feld hoher "Common Thatching Grass" gingen und nach frischen Löwenspuren suchten. Plötzlich stürmte eine Gruppe Zebras direkt auf uns zu. Erst im letzten Moment bemerkten sie, dass wir dort standen. Sie waren vor den Löwen geflohen und hatten uns überhaupt nicht wahrgenommen.
Solche Begegnungen erinnern daran, wie lebendig der Busch wirklich ist.
An diesem Abend feierten wir Susannes Geburtstag mit einem traditionellen Braai auf der Laluka-Farm. Es war ein entspanntes Beisammensein unter Freunden. Simon und Giulia, die Joachim und Susanne ursprünglich vor Jahren auf einer Safari in Tansania kennengelernt hatten, gesellten sich zum Lagerfeuer. Es fühlte sich weniger wie das Empfangen von Gästen an, sondern eher wie das Teilen eines Heimkehr-Moments.



NKUWA WILDERNESS CAMP – SELATI GAME RESERVE
Nach unserer Zeit im Waterberg reisten wir nach Osten in Richtung Lowveld, wo sich die Landschaft dramatisch verändert.
Wir holten Katharina am Flughafen von Hoedspruit ab, bevor wir während einer weiteren Februar-Hitzewelle das Selati Game Reserve betraten.
Selati ist ein weniger bekanntes privates Schutzgebiet westlich des Kruger-Nationalparks in der Nähe von Gravelotte und Phalaborwa. Im Gegensatz zu einigen stärker entwickelten Reservaten der Region behält Selati eine rohe, wilde Atmosphäre. Das Gelände wird von Granithügeln, Flusssystemen und dichtem Mopane- sowie gemischtem Buschveld dominiert.
Der Selati-Fluss ist die Lebensader des Reservats und versorgt Elefanten, Raubtiere und eine vielfältige Vogelwelt. Historisch war die Region durch frühe Bergbauaktivitäten und Eisenbahnstrecken im späten 19. Jahrhundert geprägt, doch heute dominieren Naturschutz und sanfter Tourismus die Landschaft.
Bei unserer Ankunft im Nkuwa Wilderness Camp traf ich Kyla und Lloyd wieder. Lloyd war einst einer meiner Schüler, während meiner Zeit bei Ulovane Environmental Training, sodass dieses Wiedersehen Jahre später in der Wildnis etwas Besonderes war. Zu sehen, wie wir beide uns in unseren jeweiligen Wegen entwickelt hatten, machte den Moment sehr einzigartig.
Das Camp selbst ist einfach und in sich ruhend, doch was mich an diesem Teil von Selati am meisten faszinierte, waren die schönen Granitfelsen und weitläufigen Bäume, die das Landschaftsbild prägen.
Nach dem Einrichten stellten wir fest, dass wir im Grunde den gesamten südöstlichen Teil des Reservats für uns allein hatten. Dieses Gefühl von Raum und Einsamkeit war erfrischend. Kein Verkehr, kein Druck, nur der Busch und unser eigenes Fahrzeug.
Für mich ist dies – abgesehen von der intensiven Hitze – genau das, wie sich ein Wildnis-Erlebnis anfühlen sollte.
LÖWEN AUFSPÜHREN UND EINE NACHT UNTER DEN STERNEN
Unser Aufenthalt in Selati war leider kurz: drei Nächte und vier Tage. Anreise- und Abreisetage vergehen immer schnell, sodass die beiden dazwischenliegenden Tage unsere Hauptgelegenheiten wurden, die Gegend zu erkunden.
Die Februar-Hitze war unerbittlich. Ein Großteil des Tages musste im Schatten in der Nähe des Camps verbracht werden, unter den großen Bäumen neben einem kleinen saisonalen Bach, der sich nach den heftigen Niederschlägen im Lowveld zu Beginn des Jahres gebildet hatte. Diese Regenfälle hatten erhebliche Schäden an Straßen und Infrastruktur in der Region verursacht.
Am ersten vollen Tag fuhren wir nach Norden zum Selati River und begaben uns zu Fuß auf auf die Suche nach Löwen.
Nach einigem Suchen gelang es uns, sie zu finden – ein lohnender Moment, nachdem wir ihre Spuren sorgfältig durch die sandigen Flussbetten verfolgt hatten. Auf dem Rückweg entdeckte Joachim später Elefanten, die sich leise zwischen Fluss und unserem Camp durch den Busch schleichten.
Am Abend fuhren wir erneut nach Norden zum Waxbill Koppie, wo wir eine Nacht unter den Sternen planten. Gerade als wir unser Schlaflager auf dem Hügel eingerichtet hatten, zog eine Herde Elefanten in der Dunkelheit unter uns vorbei.
Solche Momente erinnern einen daran, wie klein man in der afrikanischen Wildnis ist.
Leider brachte die Nacht auch ein weniger romantisches Element mit sich: Mücken!
Innerhalb weniger Minuten hörten wir sie um uns her summen. Alle bis auf Susanne wurden gründlich gestochen. Katharina und ich setzten uns fast mitten ins Feuer, verbrannten Elefanten Dung, um Rauch zu erzeugen und die Mücken fernzuhalten. Zwischen Rauch und Stichen waren wir kaum ein Bild von Komfort oder Genuss.
Joachim hingegen blieb einfach an seinem Platz und ertrug das Ganze still neben Susanne.
Trotz der Insekten war es eine wunderschöne Nacht. Besonders beeindruckt hat mich, wie dunkel der Himmel wirklich war. Rund um Hoedspruit und das zentrale Lowveld hat die Lichtverschmutzung leider über die Jahre zugenommen. Orte zu finden, an denen der Nachthimmel noch unberührt wirkt, wird immer seltener.
An diesem Abend lauschten wir den Rufen von Tüpfelhyänen in der Ferne und den leisen Lauten nachtaktiver Vögel, besonders der kleinen Afrika- Zwergohreulen in der Nähe.
DER LETZE TAG IN SELATI
Am folgenden Nachmittag versuchten wir, nach Osten zu fahren, um ein Rudel Löwen zu finden, das in der Nähe einer Flussbiegung gemeldet worden war.
Die starken Regenfälle zu Beginn der Saison hatten viele Straßen beschädigt. Mehrere Routen endeten in weggespülten Abschnitten oder tiefem Schlamm, sodass wir wiederholt umkehren mussten. Letztendlich reichte die Zeit nicht aus, um die lions zu erreichen.
Dennoch war die Fahrt selbst lohnend. Wir begegneten Breitmaulnashörnern, Elefanten und einer Reihe wunderschöner Baumarten, mit denen Joachim und Susanne zuvor noch nie richtig vertraut gemacht worden waren, darunter "Jackalberry trees" und "Nyala berry trees".
An einem Punkt sprang Joachim sogar aus dem Fahrzeug, um mich durch einen schlammigen Abschnitt zu führen, damit wir nicht stecken blieben.
Nach mehreren Versuchen, die Löwen zu erreichen, lachte Joachim schließlich und sagte zu einem frustrierten Koenraad:
„Lass uns einfach nach Hause fahren und einen Drink im Camp nehmen.“
Und genau das haben wir dann auch gemacht.
FAMILIE, ERSTE SAFARIS, UND STILLE MOMENTE
Am nächsten Morgen brachen wir früh auf, um den Hoedspruit Airport zu erreichen, wo Josh und Katrin ihren Flug erwischten.
Später an diesem Tag besuchten Katharina und ich die Moholoholo-Schießanlage, wo sie bis zum Sonnenuntergang Schießtraining für das ARH (Advanced Rifle Handeling) hatte. Am Abend trafen wir Joachim und Susanne in Hoedspruit zu einem ruhigen Valentinstagsdinner, das sich wie der wirkliche Abschied von der Reise anfühlte.
Während ich dort müde, aber zufrieden saß und meine Mahlzeit genoß, wurde mir klar, dass das, was an dieser Safari am meisten zählte, nicht nur die Natur war, die wir in zwei so unterschiedlichen Ökosystemen gesehen hatten.
Es war etwas viel Persönlicheres.
Dies war das erste Mal, dass Josh und Katrin, Joachim und Susanne auf einer Safari begleiteten, um Susannes Geburtstag als Familie zu feiern. Es war auch die erste Tsala Trails Safari, die Katharina und ich gemeinsam durchführten.
Die Dynamik der Familie im Busch zu beobachten, war tief bewegend. Joachim, normalerweise jemand, der sorgfältige Planung und gewisse Annehmlichkeiten schätzt, passte sich mühelos den raueren Bedingungen von Selati an. Er beschwerte sich kein einziges Mal über die Hitze, die Insekten oder die Schlichtheit des Camps. Tatsächlich war er oft der Erste am Morgen, bereit zu helfen.
Susanne blieb, wie immer, ruhig und aufmerksam, nahm ihre Umgebung genau wahr.
Josh und Katrin erlebten Afrika mit einer Mischung aus Neugier und Unsicherheit, wie sie nur entsteht, wenn man eine so neue Umgebung zum ersten Mal betritt.
Als ich sie zusammen beobachtete, wurde ich an die jungen Tiere erinnert, die wir zuvor im Waterberg gesehen hatten, Familien, die während der Saison des neuen Lebens gemeinsam das Bushveld durchquerten.
Es fühlte sich an wie ein universelles, ganzheiltiches Erlebnis.
Und irgendwo in diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich nach vielen Jahren, in denen ich Joachim und Susanne begleiten durfte, still und leise selbst Teil ihrer erweiterten Safari-Familie geworden war.

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